Die elektronische Gesundheitskarte: wozu sie da ist und was sie kann

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In Deutschland ist es grundsätzlich Pflicht, krankenversichert zu sein. Gesetzlich Versicherte können mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) Leistungen nutzen. Die Karte dient dabei als Nachweis, dass eine Versicherung besteht. Wir stellen dir hier die wichtigsten Merkmale der Karte vor und geben einen Ausblick auf künftige Funktionen.

Dank EHIC auch im Ausland geschützt

Auf der Rückseite der eGK befindet sich die European Health Insurance Card (EHIC). Diese hilft Ihnen, bei akuten Beschwerden im europäischen Ausland schnell und unbürokratisch ärztliche Hilfe zu erhalten. Die EHIC gilt in allen EU-Staaten sowie in Großbritannien, Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Montenegro, Norwegen, der Schweiz und in Serbien.

Diese Daten werden ab 2021 auf der eGK gespeichert, wenn der Patient das wünscht:

  • elektronischer Medikationsplan
  • Notfalldatensätze
  • ab 2021: die elektronische Patientenakte

Ab 1. Januar 2021 können gesetzlich Versicherte – auf freiwilliger Basis – ihre gesundheitsbezogenen Dokumente mit einer elektronischen Patientenakte (ePA) künftig lebenslang sicher verwalten. Die darin enthaltenen Informationen stehen ihnen selbst sowie ihren behandelnden Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten und Apothekern (kurz „Leistungserbringern“) zur Verfügung – sofern der Versicherte zuvor die jeweilige Praxis bzw. Apotheke dafür berechtigt hat. Dabei ist die ePA so konzipiert, dass sie für alle Versicherte auch ohne technische Kenntnisse – und auf Wunsch sogar ohne eigene Geräte – anwendbar ist.

Aktuell werden medizinische Dokumente oftmals nur in den Praxen und Krankenhäusern gespeichert, in denen sie erstellt wurden. Dadurch haben der Versicherte und Leistungserbringer anderer Institutionen keinen Zugriff auf diese Informationen. Entsprechend muss der Versicherte seine medizinische Geschichte immer wieder schildern. Den neu in die Behandlung einbezogenen Leistungserbringern fehlen dabei mitunter Informationen für ihre medizinischen Entscheidungen. Anders mit der ePA: Entscheidet sich ein Versicherter für eine elektronische Patientenakte, stehen eingestellte gesundheitsbezogene Dokumente jederzeit denjenigen zur Verfügung, die der Versicherte zum Zugriff berechtigt hat. Die Erteilung zur Zugriffsberechtigung erfolgt wahlweise über eine ePA-Anwendung des Versicherten oder in der Praxis durch das Stecken der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) inklusive PIN-Eingabe (ad-hoc-Berechtigung).

Doppeluntersuchungen können somit potentiell vermieden und Informationen zur Behandlungshistorie mit geringem Aufwand genutzt werden. Zugleich erhält der Versicherte Einsicht in alle seine Dokumente und darüber, wer wann auf welche Dokumente zugegriffen hat. Entscheidet sich der Versicherte dazu, ein Dokument nicht länger bereitzustellen, kann er es aus seiner ePA löschen. Die ePA erhebt deshalb nicht den Anspruch einer aus ärztlicher Sicht vollständigen Dokumentation. Der Versicherte kann erteilte Zugriffsrechte jederzeit widerrufen. (Quelle: https://www.gematik.de)

Bei Fragen zur elektronischen Gesundheitskarte hilft dir die AOK Niedersachsen gern weiter. Hier erhältst du Infos, Antworten auf häufige Fragen und Hilfe, wenn du eine Karte beantragen möchtest.

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