Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Was es bedeutet und wie Sie davon profitieren

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Vor rund einem Monat ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das es ausländischen Fachkräften erleichtert, nach Deutschland einzureisen, um hier zu arbeiten: das sogenannte Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Dieses ermöglicht sowohl Hochschulabsolventen als auch Fachkräften mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung aus nicht EU-Ländern, ohne hohen bürokratischen Aufwand nach Deutschland zu kommen, um hier zu arbeiten. Kurz gesagt gestaltet sich das Visumverfahren ab sofort einfacher und planbarer, was neben den Arbeitsuchenden auch Arbeitgebern auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften zugutekommt.

Was das neue Gesetz vereinfacht:

  • Die sogenannte Vorrangprüfung entfällt. Vor dem Inkrafttreten des Gesetzes wurde stets geprüft, ob bei einer offenen Stelle ein deutscher Bewerber vorzuziehen wäre.
  • Ebenso entfällt die Vorgabe, dass ein Ausländer aus einem Herkunftsland außerhalb der EU nur Berufe auf der „Positivliste“ in Deutschland ausüben darf. Diese Liste führt Berufe auf, für die es in Deutschland zu wenig Fachkräfte gibt. Ab sofort dürfen Zuwanderer aber auch Berufe ausüben, die nicht auf der Liste zu finden sind.

Welche Voraussetzungen Fachkräfte mitbringen müssen

Doch wie wird „Fachkraft“ definiert, also was muss erfüllt sein, um vom Fachkräfteeinwanderungsgesetz zu profitieren? Es sollte ein in Deutschland anerkannter Uni- bzw. Hochschulabschluss oder – und das ist eine Neuerung – eine qualifizierte Berufsausbildung vorhanden sein. Ist der Abschluss mit einer deutschen Qualifikation identisch oder vergleichbar, gilt man hierzulande neuerdings ebenso als Fachkraft wie Hochschulabsolventen. Der Fachkräftebegriff wurde mit dem Gesetz also erweitert und der Arbeitsmarkt steht ab sofort nicht mehr ausschließlich Akademikern offen. Ob die berufliche Qualifikation ausreicht, wird vor der Einreise in Form eines Anerkennungsverfahrens überprüft. Bei erfolgreicher Anerkennung erhält der Bewerber eine Aufenthaltsgenehmigung für sechs Monate. In dieser Zeit kann er eine Stelle suchen, sich in den beruflichen Alltag einfinden und bestenfalls in Deutschland Fuß fassen. Ferner sollten weitere Voraussetzungen gewährleistet sein, um als Nicht-EU-Bürger in Deutschland leben und arbeiten zu dürfen:

  • Deutschkenntnisse, mindestens auf Sprach-Niveau-B1 (Fachkräfte mit Hochschulabschluss können eine Probearbeitszeit von zehn Wochen im gewünschten Beruf absolvieren, ohne spezielle Sprachkenntnisse vorweisen zu müssen).
  • Kandidaten müssen ihren Lebensunterhalt während der Jobsuche selbst bestreiten und dies nachweisen können.
  • Der Kandidat muss krankenversichert sein.
  • Er sollte eine feste Unterkunft haben und dies nachweisen können.

Eine Ausnahme stellen IT-Spezialisten dar, die in Berufen arbeiten, für die es (noch) keine Ausbildung gibt, da sie sich im Zuge der digitalen Transformation entwickelt haben. Diese Kandidaten müssen lediglich eine einschlägige Berufserfahrung von wenigstens drei Jahren sowie ein bestimmtes Mindestgehalt nachweisen. Die deutsche Regierung erhofft sich durch die Verabschiedung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes einen positiven Effekt auf den Arbeitsmarkt und die Schließung der wirtschaftlichen Lücken bedingt durch den Fachkräftemangel.

 

 

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